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Projektbeschreibung

In der EU gehören Migrantinnen zu den Personengruppen, die von der Benachteiligung am Arbeitsmarkt und der sozialen Ausgrenzung am stärksten betroffen ist. Trotz ihrer Heterogenität haben sie gemeinsam, dass in ihrem Leben zwei benachteiligende Faktoren: Gender und Herkunft, zusammenwirken. So zählen Migrantinnen zu den am schlechtesten bezahlten Arbeitnehmerinnen in der EU und verrichten häufig unterbezahlte Gelegenheitsarbeit in ungeregelten Arbeitsverhältnissen. Diese Tatsachen kennzeichnen einen systematischen Verstoß  gegen die Rechte der Migrantinnen, einen Verzicht auf ihre Fähigkeiten und Kompetenzen und eine hohe Armutsgefährdung.

Das Projekt FORWARD hat sich die Bekämpfung dieser Probleme zum Ziel gemacht und möchte außerdem zur höheren Bildungsbeteiligung von Migrantinnen beitragen. Dabei sind zwei Grundwerkzeuge für FORWARD von zentraler Bedeutung: Kompetenzbasierte Methoden und Rahmenvorgaben zur Kompetenzvalidierung.

Kompetenzbasierte Methoden haben sich besonders beim Empowerment von Frauen bewährt. Das Ziel der kompetenzbasierten Methoden ist die Anerkennung von bislang gesellschaftlich abgewerteten Kompetenzen und Fähigkeiten (informell und non-formal erworben), wie beispielsweise, die Anerkennung von Frauen zugeschriebenen Tätigkeiten, wie Hausarbeit und Pflege Angehöriger. FORWARD baut auf diesem Ansatz auf, um auch die Kompetenzen von Migrantinnen anzuerkennen, die während des Migrationsprozesses erlangt wurden. Zu diesen Kompetenzen gehören beispielsweise das Stressmanagement und die Fähigkeit von Migrantinnen, sich an fortwährende Veränderungen anzupassen.

Weiters setzt FORWARD auf einen Schlüsselmechanismus für die Förderung der sozialen und  Arbeitsmarktteilhabe von Migrantinnen, nämlich auf Validierungssysteme für formal, non-formal oder informelle erworbene Kompetenzen.

In den Projektpartnerländern gibt es keine einheitlichen und effektiven Modelle für die Anerkennung von im Herkunftsland erworbenen Qualifikationen. Auch die existierenden Kompetenzvalidierungsprozeduren sind bisher für Migrantinnen nicht ausreichend verfügbar und wirksam.

FORWARD geht auf diesen Bedarf ein und orientiert sich dabei an guter Praxis hinsichtlich kompetenzorientiertem Lernen und Kompetenzanerkennung.  Ein spezifisches Kompetenzportfolio für Migrantinnen wird entwickelt, getestet und zusammen mit Begleitmaterialien bereitgestellt, welches speziell auf die Bedürfnisse und Erfahrungen von Migrantinnen in der EU abgestimmt ist.

Projektziele

Das Hauptziel von FORWARD ist das Entwerfen und Implementieren eines innovativen Kompetenzportfolios mit pädagogischen Begleitmaterialien für das Feststellen, Anerkennen und Weiterentwickeln der Kompetenzen von Migrantinnen. Die Aufwertung und Anerkennung der Kompetenzen von Migrantinnen soll zur Erhöhung ihrer Employability und gesellschaftlichen Teilhabe beitragen.

Spezifische Projektziele:

  • Den Forschungsstand im Bereich der Lebens- und Arbeitsmarktsituation von Migrantinnen in den 6 EU Mitgliedsstaaten (Österreich, Finnland, Italien, Litauen, Rumänien und Spanien) zu verbessern. Fokussiert wird dabei auf Kompetenzen und Fähigkeiten, Anerkennungsverfahren sowie die Teilhabe von Migrantinnen am Arbeitsmarkt und in der Weiterbildung.
  • Das Entwickeln eines neuen kompetenzbasierten Modells, welches speziell auf Migrantinnen in der EU ausgerichtet ist und getestet und überprüft wird.
  • Die Verwendung der von FORWARD entwickelten Produkte (Kompetenzportfolio und Begleitmaterialien) in der Erwachsenenbildung und in der  Bildungsberatung zu fördern.
  • Das Wissen, die Expertise und die Erfahrungen guter Praxis, die während des Projekts erworben wurden, zu verbreiten und Diskussionen rund um den Themenbereich Kompetenzvalidierungsmodelle unter FachexpertInnen zu fördern.

Hauptaktivitäten im Projekts:

  • Forschung im Bereich der Kompetenzen von Migrantinnen in den Ländern Österreich, Finnland, Italien, Litauen, Rumänien und Spanien zu betreiben.
  • Ausführung, Pilottests und Überprüfung  des neuen Kompetenzmodells in den 6 Ländern und Unterstützung von FachexpertInnen in ihrer Arbeit mit Migrantinnen.
  • Das Veröffentlichen zweier Publikationen, übersetzt in 7 Sprachen: das FORWARD Handbuch und die pädagogischen Begleitmaterialien. Diese beinhalten das Kompetenzportfolio, eine Bewertunghilfe sowie Materialien zur Lern- und Bildungsberatung.
  • Training, Verbreitung, Mainstreaming und das Organisieren von Veranstaltungen, wie Workshops für ExpertInnen, öffentliche Tagungen und Konferenzen in den 6 EU Ländern, sowie eine europäische Abschlusskonferenz.
  • Das Publizieren einer Broschüre in 7 EU Sprachen.